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Südliche Weinstraße: „Kultur macht stark“ – Musikalische Früherziehung in der Kita Queichhüpfer in Offenbach

Pressemeldung vom 12. Juli 2016, 13:43 Uhr

Um jedem Kind die bestmögliche Bildungschance unabhängig von der sozialen Herkunft zu bieten, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ außerschulische Angebote der kulturellen Bildung. Inzwischen gibt es im Rahmen dieses Programms vier Angebote, bei denen die Kreismusikschule Hauptantragsteller ist und das Fachpersonal stellt. Das neueste Projekt ist die „Musikalische Früherziehung gemeinsam mit Migrantenkindern“ in der Kindertagesstätte „Die Queichhüpfer“ in Offenbach, das auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken kann.

Landrätin Theresia Riedmaier (rechts) besuchte gemeinsam mit Marietta Heid-Gensheimer (VG Offenbach, Mitte) und dem Leiter der Kreismusikschule Adrian Rinck (links) die Musikgruppe von Bettina Gütermann-Cichorowski (2.v.l.) und Kita-Leiterin Katja Hehl in der Kindertagesstätte in Offenbach. Bei diesem Kooperationsprojekt zwischen der Ortsgemeinde Offenbach, dem Mehrgenerationenhaus Offenbach und der Kreismusikschule SÜW trifft sich eine Gruppe von Vorschulkindern einmal wöchentlich im Turnraum des Kindergartens, um unter Anleitung von Bettina Gütermann-Cichorowski – Lehrerin für Elementare Musikerziehung, Gitarre und Klavier – gemeinsam zu singen, zu musizieren, sich zu bewegen, zu tanzen und aktiv Musik zu hören. Instrumente werden kennengelernt und ausprobiert und es wird eine gemeinsame Sprache, nämlich die „Taktsprache“ erlernt.

„Mag es auch sonst sprachliche Barrieren geben, da auch viele Kinder in dieser Kita einen Migrationshintergrund haben und teilweise noch nicht lange in Deutschland sind, diese ‚Sprache‘ versteht jedes Kind ganz schnell und das musikalische Tun bildet ein unsichtbares Band, auch zwischen den unterschiedlichsten Kulturen“, erläuterte Gütermann-Cichorowski. „Es ist sehr schön, dass mit diesem Projekt auch Kinder in den Genuss einer musikalischen Früherziehung kommen, die keinen Kurs an der Kreismusikschule besuchen könnten“.

„Mit Musik geht alles besser“ – Diese Erkenntnis ist nicht neu, wird aber in der heutigen Zeit durch immer mehr wissenschaftliche Studien belegt. So weiß man inzwischen, dass beim Singen, Musizieren und bei rhythmischen Bewegungen zur Musik Glückshormone ausgeschüttet werden, die wiederum Einfluss auf unsere physische und psychische Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit haben. „Musik macht glücklich, ausgeglichener, lernfähiger und intelligent. Musik bewirkt aber noch viel mehr: Gerade im frühen Kindesalter werden Sprachentwicklung und Sozialverhalten enorm gefördert. So wird die Musik auch zu einem wichtigen Medium der Integration und Inklusion“, erklärte der Leiter der Kreismusikschule Adrian Rinck.

Einziger Unterschied zwischen diesem Projekt der Früherziehung und einer „normalen“ musikalischen Früherziehung ist die Fluktuation innerhalb der Gruppe. Während an der Kreismusikschule acht bis zwölf Kinder gemeinsam über den Zeitraum von zwei Jahren Musik erleben, waren von den zurzeit elf Kindern des Projektes nur sieben von Anfang an mit dabei. Neue Kinder kommen hinzu, andere ziehen um oder müssen in ihre Heimatländer zurückkehren. „Das macht es manchmal schwer, kontinuierlich mit den Kindern zu arbeiten“, erläuterte die Kursleiterin Gütermann-Cichowoski.

Landrätin Theresia Riedmaier lobte die Arbeit und das Engagement der Kreismusikschullehrerin: „Sie leisten hier eine großartige und sehr wichtige Arbeit, die sicherlich auch nicht immer einfach ist. Die Kinder hatten in diesem Jahr viel Spaß und Freude, was ebenfalls sehr wichtig ist. Ich freue mich, dass wir gemeinsam im nächsten Jahr vielleicht weitere Kurse mit dieser Förderung anbieten können, der Antrag ist bereits gestellt“.

Weitere Angebote des Projekts „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ sind das „Instrumentenkarussell“, in dem Kinder die Möglichkeit haben, im Laufe eines Schuljahres sechs verschiedene Instrumente kennenzulernen und zu spielen, das sowohl in Landau in der Pestalozzi-Schule als auch im Altstadtkindertreff stattfindet, sowie seit drei Jahren eine Musik-Freizeit für sozial benachteiligte und Migrantenkinder in den Ferien im Altstadtkindertreff.

Ziel des Projektes ist, dass die Kinder durch die aktive Beschäftigung mit Kunst und Kultur persönliche Wertschätzung erleben, neue Perspektiven entwickeln und wichtige Fähigkeiten für ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben erlernen.

Quelle: Kreisverwaltung Südliche Weinstraße

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