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Südliche Weinstraße: Kreisverwaltung appelliert an Bürger und Gemeinden auf Einsatz von Pflanzenschutzmittel zu verzichten

Pressemeldung vom 26. Juni 2015, 12:15 Uhr

Die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße als untere Naturschutzbehörde weist aus aktuellem Anlass darauf hin, dass chemische Mittel (u. a. Herbizide und Pflanzenschutzmittel) zur Bekämpfung von Pflanzen und Tieren sowie Wirkstoffen, die den Naturhaushalt oder den Entwicklungsablauf von Pflanzen
oder Tieren beeinträchtigen können, nicht auf befestigten Freilandflächen, und nicht auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, angewandt werden dürfen. Sie dürfen außerdem nicht in oder in unmittelbarer Nähe zu Gewässern verwendet
werden.

Schilfgebiet im Landschaftsschutzgebiet „Kaltenbachbruch“ bei Hochstadt, welches im Bereich eines Grasweges mit einem chemischen Mittel behandelt wurde.

Das Verbot erstreckt sich auch auf Gemeinden, die diese Mittel auf befestigten Plätzen und Wegen einsetzen wollen. Ausnahmen kann die zuständige Pflanzenschutzbehörde (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier) nur in bestimmten Fällen zulassen.

Der Einsatz zugelassener chemischer Mittel ist im Rahmen der ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Bodennutzung und der Bewirtschaftung von Haus- und Kleingärten zulässig. Die zurzeit beobachtete Praxis einiger Bürger nicht bewirtschaftete Flächen mit einzubeziehen, ist jedoch keine ordnungsgemäße Bewirtschaftung. Es handelt sich dabei nicht um landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Die untere Naturschutzbehörde weist darauf hin, dass Verstöße mit hohen Geldbußen geahndet werden können. Das Risiko, dass mit der Anwendung von chemischen Mitteln für Menschen, Tiere und Pflanzen verbunden ist, beruht zum einen auf der direkten toxischen (giftigen) Wirkung auf den Organismus, zum anderen auf die nicht beabsichtigten Folgewirkungen für den Naturhaushalt. Manche Inhaltsstoffe weisen eine längere Beständigkeit im Boden auf und belasten damit den Bodenhaushalt, andere Mittel werden ausgewaschen und belasten somit den Wasserhaushalt.
Eine weitere Nebenwirkung ist die Vernichtung von Wildkräutern, die
wiederum Existenzgrundlage für viele nützliche Tierarten sind.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Anwendung chemischer Mittel mit vielen Risiken für den Naturhaushalt, und damit auch für den Menschen als Teil dieses Systems verbunden ist.

Die Naturschutzbehörde appelliert daher an alle Gemeinden, sowie Bürgerinnen und Bürger des Landkreises auf die Anwendung chemischer Mittel außerhalb landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzter Flächen zu verzichten und die entsprechenden Bestimmungen des Pflanzenschutzgesetzes des Landes Rheinland-
Pfalz zu beachten.

Quelle: Kreisverwaltung Südliche Weinstraße

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