Energiewechsel

Südliche Weinstraße: Jeder kann Lebensretter sein!

Pressemeldung vom 25. September 2015, 09:12 Uhr

5.000 Menschen sterben jährlich, weil Anwesende nicht helfen – ein Aktionstag in Landau soll die Bevölkerung besser informieren!

„Ich wusste nicht, wie es richtig geht, aber ich habe einfach gedrückt“, so beschreibt Renate H. (59 Jahre) die Herzdruckmassage, mit der sie ihrem Mann nach einem plötzlichen Herzstillstand das Leben rettete. Betroffene brauchen mehr Ersthelfer, denn die aktuelle Bilanz ist alarmierend: Nur 15 Prozent der Bundesbürger helfen im Ernstfall. Dabei kann Wiederbelebung so einfach sein: „Prüfen. Rufen. Drücken!“ sind drei leicht zu merkende Schritte bei einem Herzstillstand: Reaktion und Atmung checken, Notruf 112 wählen und die Herzdruckmassage sofort beginnen. Nur so kann die Überlebenschance verdoppelt bis verdreifacht werden“, ermutigen die Initiatoren des Aktionstages in Landau. Mehr Infos gibt es unter www.einlebenretten.de.
Mit der Aktion „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ wollen Deutschlands Anästhesisten unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums für Gesundheit das Selbstvertrauen der Bürger in ihre eigenen Fähigkeiten als Ersthelfer stärken – für mehr gerettete Leben.

Aktionstag am Samstag, den 26. September 2015 auf dem Gartenschaugelände Landau
Am Samstag, den 26.09.2015 wird das Deutsche Rote Kreuz zusammen mit dem Vinzentius Krankenhaus Landau und dem Klinikum Landau-Südliche Weinstraße im Haupteingangsbereich der Landesgartenschau die Einfachheit der Herz-Lungen-Wiederbelebung demonstrieren und über die große Chancen Laben zu retten informieren. Denn oft ist das Ereignis im privaten Lebensraum, Freizeit oder bei der Arbeit. Das bedeutet, dass keine anonymen Menschen betroffen sind sondern Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen. Damit rückt das Leben retten ganz nah an unser persönliches Leben!
Herzstillstand – jede Sekunde zählt!
Jeder kann in die Lage geraten. Der plötzliche Herztod ist mit schätzungsweise bis zu 100.000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Obwohl jeder helfen könnte, tun es die wenigsten. Dabei ist es gerade bei einem Herzstillstand unerlässlich, schnell zu handeln: Bereits drei Minuten nach einem Herzstillstand wird das Gehirn nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt – es treten unwiderrufliche Schäden auf. Mit einer einfachen Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff im Blut zirkulieren und so bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Überlebenswahrscheinlichkeit entscheidend erhöhen.
Leben retten ist einfach – jeder kann es!
Warum fehlt der Mut? „Oftmals sind viele Menschen im Ernstfall überfordert, weil sie zuerst an die stabile Seitenlage oder den Wechsel zwischen Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung denken. Dass eine Herzdruckmassage ausreicht, wissen viele nicht.“, erklärt Dr. Thomas Bleck, Narkosearzt am Vinzentius Krankenhaus Landau sowie im Rettungsdienst erfahrene Mitarbeiter vor Ort. „Man kann nichts falsch machen!“. Auch ohne Ersthelferkenntnisse ist es einfach, Leben zu retten: „Prüfen. Rufen. Drücken!“ lautet die Devise: Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. „Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich ca. 5.000 Menschenleben gerettet werden“, appelliert Dr. Bleck.

Quelle: Kreisverwaltung Südliche Weinstraße

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis