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Südliche Weinstraße: Gleichstellungsbeauftragte Barbara Dees legt Zweijahresbericht vor

Pressemeldung vom 4. Juli 2016, 13:14 Uhr

Im Rahmen der Sitzung des Kreistages stellte die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Südliche Weinstraße, Barbara Dees, ihren Zweijahresbericht vor. Ein wesentlicher und sehr wichtiger Bestandteil der Arbeit im Frauenbüro ist es unter anderem, Frauen in Krisensituationen zu beraten. Sehr häufig geht es um Probleme in der Partnerschaft, die Trennung vom Partner oder um von Gewalt bedrohte Frauen. Häufig haben die Persönlichkeiten, die eine Beratung in Anspruch nehmen, auch große finanzielle Probleme. „Insgesamt kann man sagen, dass die Frauen mit ganz unterschiedlichen Frage- und Problemstellungen zu Beratungsgesprächen in das Frauenbüro kommen. Wir sehen uns als erste Anlaufstelle für Frauen, egal welcher Schuh drückt“, fasste Barbara Dees zusammen. Rund 224 Beratungen führte das Frauenbüro in den letzten beiden Jahren bei 93 Frauen durch.

Die Schutzwohnung ist in diesen Beratungszahlen allerdings nicht aufgeführt. Eine Aufnahme kann aber immer erst nach einem ausführlichen Vorgespräch im Frauenbüro erfolgen, um sicher zu stellen, dass die schutzsuchende Frau in der Lage ist ihr Leben in der Schutzwohnung alleine zu meistern. Patricia von Rochow ist ehrenamtlich für die Schutzwohnung zuständig, sie kümmert sich um die Frauen und steht in engem Kontakt zum Frauenbüro. Grundsätzlich können in die Schutzwohnung des Landkreis SÜW nur Frauen aus dem Landkreis aufgenommen werden, da es sich um eine freiwillige Einrichtung des Landkreises handelt. Auch eine Notaufnahme ist nicht möglich – hierfür sind die 16 Frauenhäuser in Rheinland-Pfalz zuständig. Im Berichtszeitraum war die Schutzwohnung an 715 Tagen belegt. Insgesamt fanden elf Frauen mit ihren neun Kindern in der Schutzwohnung Zuflucht.

Frau und Kultur: Brot und Rosen Jedes Jahr wird am 8. März der Internationale Frauentag gefeiert. Auch in 2014 und 2015 wurden vom Frauenbüro in Zusammenarbeit mit den Gleichstellungsbeauftragten der Region und mit vielen Kooperationspartnern wieder rund um diesen Tag verschiedene Veranstaltungen in der Reihe „Brot und Rosen“ angeboten. Fast alle Angebote waren ausgebucht. „Mit den Frauenwochen Brot und Rosen ist es uns zum Glück möglich, viele verschiedene Frauenthemen rund um den 8. März anzusiedeln und somit auch gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnerinnen ein breites, nicht konkurrierendes, Programm anzubieten“, so Dees. In 2014 konnten 17 und im Jahr 2015 15 verschiedene Veranstaltungen für Frauen angeboten werden. Ebenso wurden in den beiden Berichtsjahren vier verschiedene Frauenfahrten durchgeführt.

Frauen und Mädchen am Arbeitsmarkt In 2014 veranstaltete das Frauenbüro gemeinsam mit der Verbraucherzentrale die Informationsveranstaltung „Altersvorsorge für Frauen“. Schwerpunkt des Abends war das Thema „Altersarmut vorbeugen“. „Leider ist diese Problematik gerade jüngeren Frauen noch nicht bewusst oder sie wollen sich (noch) nicht damit beschäftigen“, erläuterte die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises. Doch sind gerade Frauen durch ihre brüchigen Arbeitsbiographien und lange Jahre von Erziehungszeiten zu Gunsten von Familie und Kindern auch in Zukunft sehr stark von Altersarmut bedroht. Die in 2015 angebotene Veranstaltungsreihe die gemeinsam mit dem Arbeitskreis Frauen und Mädchen am Arbeitsmarkt angeboten wurde, „Zeit Lebens Arbeiten“ wies mit mehreren Veranstaltungen auf die Auswirkung der prekären Minijobs hin und versuchten zu diesem Thema aufzuklären. Von allen Minijobs sind 61% Frauen die ausschließlich in einem Minijob beschäftigt und somit nicht sozialversichert sind.

Equal Pay Day Auch an Aktionen zum Equal Pay Day war das Frauenbüro beteiligt. Das Datum des Aktionstages (in 2014 war dies der 21. und in 2015 der 20. März) markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssten, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Deutschland belegt laut Eurostatistik von insgesamt 28 verglichenen Ländern den 26. Platz. „Es bleibt die Forderung an die Bundespolitik endlich ein Entgeltgleichheitsgesetz einzuführen. Dies wäre ein wichtiger Schritt in Richtung sozialer Gerechtigkeit“, betonte Dees.

Häusliche Gewalt Jede vierte Frau ist in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt in engen sozialen Beziehungen betroffen. Das Netzwerk „STOPP – Interventionsprojekt gegen Gewalt an Frauen und ihren Kindern in der Südpfalz“ hat sich zur Aufgabe gemacht ein enges Netzwerk verschiedener Institutionen zu knüpfen und das Thema häusliche Gewalt zu enttabuisieren. STOPP wird von den Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Landau und der Südlichen Weinstraße koordiniert. Neben zwei Plenen wird in jedem Jahr eine große Veranstaltung oder eine andere Aktion durchgeführt, um das Thema in der Öffentlichkeit präsent zu halten. Am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) wird deshalb beispielsweise auch in der Kreisverwaltung wie und in allen Verbandsgemeinden des Landkreises die Fahne: „Nein zu Gewalt an Frauen – frei leben ohne Gewalt“ gehisst. Dies ist ein wichtiges Symbol für die Ächtung von Gewalt gegen Frauen.

WUTMANN Projekt

Das in 2013 initiierte STOPP Projekt „Der Wutmann“ hat das Frauenbüro an vielen Schulen im Landkreis etabliert. Mit Hilfe der Schulsozialarbeiter aus SÜW, sowie Patricia von Rochow konnten bereits über 1.300 Schülerinnen und Schüler und eine Vielzahl der Lehrkräfte der Unterstufe erreicht werden. In zwei Schulstunden wird das Projekt in den 6. Klassen durchgeführt. Grundsätzlich geht es darum die Kinder für die Themen psychische und physische Gewalt zu sensibilisieren. „Die Kinder sollen erkennen, dass Gewalt nie in Ordnung ist und sie sollen wissen wo sie Hilfe finden können. Ebenso soll ihnen verdeutlich werden, dass sie keine Schuld haben, wenn sich die Eltern schlagen oder sich trennen“, erläuterte Barbara Dees. „Denn die Kinder die heute Häusliche Gewalt miterleben müssen, können die Täter beziehungsweise Opfer von morgen sein“.

Insgesamt ist das Frauenbüro an einer Vielzahl von Projekten und Aktionen beteiligt.

Einstimmig lobten die Fraktionen des Kreistages die herausragende Arbeit des Frauenbüros und dankten Barbara Dees und ihren Kolleginnen für ihr Engagement.

Quelle: Kreisverwaltung Südliche Weinstraße

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