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Mayen: Genoveva von Brabant

Pressemeldung vom 1. Juni 2015, 14:12 Uhr

Heilige – verfolgte Unschuld – starke Frau

Als der Laacher Mönch Matthias Eimig die Legende der Genoveva von Brabant, Ehefrau des Pfalzgrafen Siegfried im Jahr 1472 nieder-schrieb, stützte er sich bereits auf ältere, heute verschollene Quellen zu dieser Geschichte.
Die Erzählung der zu Unrecht des Ehebruchs beschuldigten Frau, ihre harten Eremitenjahre zusammen mit ihrem Söhnchen in der Wald-einsamkeit und schließlich das glückliche Ende nebst Bestrafung des intriganten Verführers Golo, ist so volkstümlich und weit verbreitet wie kaum eine andere Legende.
In Belgien, Frankreich, Spanien, Italien und selbst in Griechenland wurde und wird die Geschichte der Genoveva erzählt. Freilich sieht jede Epoche Genoveva mit anderen Augen: als heiligenmäßige Dulderin fasst man sie im Mittelalter auf, Liebesränke und Ritter-herrlichkeit beflügeln die Leser in der Romantik. Heute sieht manche emanzipierte Frau Genoveva als Vorkämpferin, die gegen sehr viel mächtigere Männer standhaft und letztlich siegreich und moralisch überlegen geblieben ist.

Eine Heerschar von Dichtern, Malern und Komponisten haben den Stoff bearbeitet und auch zahlreiche mehr oder weniger gelungene Filme widmen sich der Legende von Genoveva, Pfalzgraf Siegfried und dem finsteren Golo.
Was den – wenn überhaupt vorhandenen – historischen Kern der Genoveva-Legende angeht, so ist nur eines gewiss: eng verbunden mit der Gestalt der Genoveva ist die idyllisch gelegene kleine Fraukirch im Maifeld, die vermutlich bereits in karolingischer Zeit – der Epoche also, in der die Sage spielt – als Saalkirche bestanden hat.

Hier findet sich heute noch der imposante barocke Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert, auf dem die Geschichte für die fromme Landbevölkerung in farbenfrohen plastischen Figuren dargestellt ist.
Eine kleine Sonderschau des Eifelmuseums zum Thema „Genoveva“ wird in Kürze exklusiv für die Besucher der Burgfestspiele im Foyer der Repräsentationsräume der Mayener Genovevaburg gezeigt.

Begleitend zum gleichnamigen Burgfestspiel-Musical präsentiert die Ausstellung ab dem 12. Juni 2015 zahlreiche Exponate aus der Sammlung Dr. Rainer Zäck (Bonn) und dem Bestand des Eifelmuseums.

Quelle: Stadtverwaltung Mayen

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