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Mainz-Bingen: Kreis setzt bei Umsetzung des Geldwäschegesetzes auf Kooperation mit Händlern

Pressemeldung vom 25. Juli 2012, 09:49 Uhr

Ein wirtschaftlicher Schaden von 50 Milliarden Euro entsteht laut Expertenschätzungen in Deutschland jedes Jahr durch Geldwäsche. Mit dem Geldwäschegesetz des Bundes, dessen jüngste Änderung Ende 2011 in Kraft trat, soll dieser Schaden verringert werden. Dabei wird auch auf die Mithilfe der Händler und Dienstleister gesetzt. Sie sollen in bestimmten Fällen Informationen über die Identität ihrer Vertragspartner einholen. Zudem sollen sie ihre Geschäftsbeziehungen auf Auffälligkeiten überwachen und interne Sicherungsmaßnahmen treffen, um Anhaltspunkte für Geldwäsche zu erkennen. Die Kreisverwaltung Mainz-Bingen als zuständige Aufsichtsbehörde kontrolliert die Einhaltung dieser Pflichten. „Was das Gesetz konkret für den einzelnen Händler bedeutet, ist individuell verschieden, denn für jeden ist die Gefahr Opfer von Geldwäschern zu werden unterschiedlich hoch“, erklärt Michael Weyl, Leiter des Fachbereichs Ordnungsverwaltung des Landkreises. „Daher haben wir schon früh das Gespräch mit Interessensverbänden und einigen betroffenen Gewerbetreibenden gesucht, beraten, informiert und Aufklärungsarbeit geleistet.“

Das Gesetz betrifft hauptsächlich Händler, die mit Premiumgütern handeln, zum Beispiel Schmuck oder Autos, aber auch Dienstleister wie Immobilienmakler, Finanzunternehmer oder Versicherungsvermittler. Allesamt Branchen, die für Geldwäsche, also das Einschleusen von illegal erwirtschafteten Geldern in den legalen Wirtschaftskreislauf, besonders attraktiv sind. „Der Grund dafür sind die angebotenen Produkte und Dienstleistungen und keinesfalls die Händler“, stellt Weyl klar. „Auch sollen die Händler auf keinen Fall zu Hilfspolizisten gemacht werden. Vielmehr wollen wir sie für das Problem Geldwäsche sensibilisieren und durch unsere Aufklärungsarbeit auch den problematischen Kundenkreis abschrecken.“ Um den Händlern unnötigen Verwaltungsaufwand zu ersparen, werde die Kreisverwaltung die Gesetzgebung so unbürokratisch umsetzen wie möglich.

Über 400 Gewerbetreibende, überwiegend Versicherungs- und Immobilienmakler, haben vom Kreis mittlerweile den Infobrief des Landes und eine Broschüre des Bundes erhalten und wurden so über die Problematik und Gesetzeslage informiert. In den nächsten Wochen werden auch die übrigen in Frage kommenden Händler und Dienstleister Post vom Kreis bekommen. „Wir haben uns hier bewusst Zeit genommen, um niemanden zu verunsichern. Denn überhaupt erst seit Kurzem gibt es die bundeseinheitliche Infobroschüre für Güterhändler“, so Weyl. Bisher gebe es keine negativen Rückmeldungen von Seiten der Angeschriebenen. „Die Händler haben unser Vorgehen ausdrücklich begrüßt“, berichtet Weyl.

Quelle: Kreisverwaltung Mainz-Bingen

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