Energiewechsel

Mainz-Bingen: Beim Anrainertreffen wurden neue Kooperationsfelder ausgelotet

Pressemeldung vom 30. Mai 2012, 13:39 Uhr

Seit Jahren hat es seinem festen Platz im Terminkalender der Landräte und Bürgermeister rechts und links des Rheins, das Anrainertreffen ist ein institutionalisierter Erfahrungsaustausch auf kommunaler Ebene. Weder in der hessischen noch in der rheinland-pfälzischen Kommunalverfassung vorgesehen, hat sich der Erfahrungsaustausch jedoch bewährt. Diesmal hatte Landrat Thomas Will (Kreis Gross-Gerau) seinen Mainz-Bingener Amtskollegen und die Rathauschefs der Kommunen beiderseits des Rheins nach Bischofsheim eingeladen, um sich über Erfahrungen auszutauschen und den kurzen Dienstweg zu pflegen.

Beiderseits des Rheins sind die Belastungen durch den Frankfurter Flughafen in den vergangenen Monaten dramatisch gestiegen. Was Elisabeth Straßer vom Fachbereich Wirtschaftsförderung des Kreises Groß-Gerau anhand von Tabellen und Grafiken eindrucksvoll zu belegen vermochte, deckt sich mit den Wahrnehmungen in den Kommunen zwischen Ginsheim-Gustavsburg und Guntersblum. Neue Flugrouten und mehr Starts und Landungen machen weder vor Kreis- noch vor Ländergrenzen Halt und bringen die Menschen um den Schlaf. Straßer berichtete vom Jahrzehnte dauernden Protest des Kreises Groß-Gerau gegen den Flughafenausbau. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig habe jetzt zwar eine vorsichtige Grenze gezogen, die aber der verlärmten Region längst nicht die benötigte Nachtruhe beschert. Auch der Landkreis Mainz-Bingen begrüßt natürlich das Urteil von Leipzig zum Nachtflugverbot, Beigeordneter Burkhard Müller machte jedoch, in Vertretung von Landrat Schick deutlich, dass dies nur Etappenziel sein könne. Er verwies auf die vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof anhängige Klage des Landkreises gegen die Südumfliegung und die Festlegung der An- und Abflugrouten.

Eine neue Ebene der Gemeinsamkeit zwischen beiden Kreisen besteht seit Januar 2012 auch im Bereich der Betreuung von Beziehern von Arbeitslosengeld II. Wie der Kreis Groß-Gerau hat auch Mainz-Bingen die so genannte „Option“ gezogen und die Aufgaben des Jobcenters übernommen. Harald Mottel vom Groß-Gerauer Jobcenter berichtete vom Stand der Umsetzung in Groß-Gerau und von den strukturellen Besonderheiten, die es in seinem Industrie- und Dienstleistungskreis gibt. Burkhard Müller definierte das gemeinsame Ziel für beide Kreise: Nämlich den Nachweis zu erbringen, dass die Vermittlungsarbeit von den kommunalen Trägern effektvoller zu bewerkstelligen ist als durch die Bundesagentur. Dabei regte er eine intensive Zusammenarbeit und Erfahrungstausch auch zwischen den beiden Kreisen an.

Mehr Zusammenarbeit, so die Rheinanlieger, ist auch auf dem Gebiet der Freizeit und des Verkehrs möglich und sinnvoll. Stephan Both stellte den Anwesenden das aktuelle Radroutennetz des Kreises Groß-Gerau mit 22 ausgewiesenen Routen und einer Länge von über 300 Kilometer vor. Nachdem im Jahr 2012 die Anrainergemeinden – zufällig – am gleichen Tag einen „autofreien Sonntag“ geplant haben, liege es nahe, in Zukunft beide Vorhaben stärker zusammenzuführen. Etwa durch einen gemeinsamen autofreien Tag auf beiden Rheinseiten, mit Fährverbindungen nicht nur in Oppenheim/Kornsand und Gernsheim/Eich, sondern auch zwischen dem Kühkopf und Guntersblum.

Landrat Thomas Will stellte den Kommunalvertretern die Arbeit der KulturRegion RheinMain vor, deren Anliegen es ist, die kulturellen Angebote in der Region weiterzuentwickeln, zu vernetzen und zu kommunizieren. Neben dem Kreis Groß-Gerau selbst gehören bereits vier Kreiskommunen der insgesamt 32 Mitglieder umfassenden KulturRegion an. Will warb für die Mitgliedschaft in der Initiative. Auch in dieser Sache will man beiderseits des Rheins im Gespräch bleiben.

„Wir freuen uns schon jetzt auf unsere nächste Zusammenkunft – und die gemeinsamen Erfolge, die wir bis dahin erreicht haben werden“, so Will und Müller am Ende eines arbeitsintensiven Vormittags.

Quelle: Kreisverwaltung Mainz-Bingen

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