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Kusel: Projektwochen Demenz – Kusel – Positives Resümee

Pressemeldung vom 6. August 2012, 13:17 Uhr

Eine positive Bilanz ziehen Sozialstation Brücken und Landkreis Kusel über die Projektwoche Demenz, die Ende Juli ihren Abschluß fand. Der Absicht, Demenz als Thema stärker in den Blickpunkt der Bürger zu rücken, sei man ein gutes Srück näher gekommen, so Karola becker (Sozialstation) und Michael Volle (Kreisverwaltung).
Prof. Dr. Georg Adler vom Institut für Studien zur Psychischen Gesundheit in Mannheim referierte zum Abschluß der Reihe über „Neues zum Thema Alzheimer“. Die Demenz, ein Symptomenkomplex, welcher aufgrund verschiedener Erkrankungen auftreten kann, deren häufigste Ursache die Alzheimer Erkrankung darstellt, ist leider immer noch nicht heilbar. Verschiedene Medikamente (AChE-Hemmer, Memmantine) können jedoch das Fortschreiten der Erkrankung etwas verzögern. Das Risiko an Alzheimer zu erkranken nimmt mit dem Alter zu.
Präventive Möglichkeiten wie Bewegung, ausgewogene Ernährung, Alkohol- und Nikotinverzicht können das Risiko der dementiellen Grunderkrankung verringern. Darüber hinaus gibt es zurzeit bereits spezielle Aktivierungsprogramme für Demenzkranke, die in ihrer Erprobungsphase wissenschaftlich begleitet wurden und zu messbaren Ergebnissen geführt haben.
So wurde z. B. eine Aktivierungstherapie, entwickelt von der Universität Erlangen, in der Ökum. Sozialstation Brücken vorgestellt. An dieser von der Bezirksärztekammer Neustadt/Wst. zertifizierten Fortbildung nahmen 55 Personen (von vollstationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen, aber auch Ergotherapeuten) teil. Die Durchführung der motorisch, alltagspraktischen, kognitiven und spirituellen Aktivierungstherapie (maks-aktiv) verzögert nachweislich genauso wirksam den fortschreitenden Krankheitsverlauf wie verschiedene Medikamente. Diese nichtmedikamentöse Therapie trägt auch dazu bei, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. „Maks- aktiv“ wurde speziell für Pflegeeinrichtungen konzipiert.
Im ambulanten Bereich begleitet die Katholische Fachhochschule in Mainz ein Projekt welches im September 2012 abgeschlossen sein wird. „Angehörige aktivieren alltagspraktisch und externe Personen aktivieren kognitiv“(ANAA + Ko). Diese Therapie wurde in Anlehnung an maks-aktiv entwickelt und zeigt bereits jetzt ähnlich gute Ergebnisse. Es gilt nun, diese Aktivierungstherapien sowohl in stationären Pflegeeinrichtungen als auch in ambulanten Pflegesituationen anzuwenden. Sie können dazu beitragen die Selbständigkeit der Erkrankten längst möglich zu erhalten.
Die Beratung von Pflegeeinrichtungen, ambulanten Diensten und Angehörigen bzgl. der Umsetzung der Konzepte bedeutet eine politische Herausforderung vor allem hinsichtlich der Finanzierung der Maßnahmen. Die Demenzerkrankung bedeutet eine starke Belastung für pflegende Angehörige. Teilweise erfolgt eine „Rund um die Uhr Betreuung“ der Erkrankten, welche sehr an den Kräften der Angehörigen zehrt. Die Organisation der Versorgung kostet viel Kraft, ebenso die emotionale Belastung durch den Verlust der Alltagskompetenz der Betroffenen im Laufe der Erkrankung. Die Entlastung von Angehörigen ist von besonderer Bedeutung da sie sich positiv auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirkt.
Zum Abschluß gilt es noch die Ressourcen zu erwähnen, welche an Demenz erkrankte Menschen durchaus noch haben. Positive Alltagssituationen lassen sich fördern durch wertschätzenden Umgang mit den Betroffenen, Partizipation am Leben in der Gemeinschaft, soziale Kontakte, Musik, Tanz und Kunst. Je nach den unterschiedlichen biographischen Lebenslagen lassen sich positive Alltagssituationen für die Betroffenen planen.
Angehörige sollten bereits zu Beginn der Erkrankung unterstützenden Rat bei den Pflegestützpunkten im Landkreis Kusel (Brücken: Tel.: 06386/ 4040364 oder 4040073; Kusel: 06381/42507-59 oder -60; Wolfstein: 06304/ 41681-30 oder 31) suchen, damit die Versorgung von Anfang an auf mehrere Schultern verteilt werden kann.
Auch die Selbsthilfegruppen für Angehörige von Demenzpatienten (begleitet durch die Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz) sind hier wichtige Ansprechpartner und über die Pflegestützpunkte zu erreichen. Die Beratung von betroffenen Familien wird in Zukunft von besonderer Bedeutung sein, da im Rahmen der demographischen Entwicklung immer mehr Menschen vom Symptomenkomplex der Demenz betroffen sein werden.

Quelle: Kreisverwaltung Kusel

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