Energiewechsel

Koblenz: Richtfest beim Klärschlammvergaser

Pressemeldung vom 23. März 2017, 14:30 Uhr

Im Dezember des vergangenen Jahres war der neue Klärschlammvergaser im Koblenzer Klärwerk aufgebaut worden. Nun ist die Halle, die das technische Bauteil umschließt im Rohbau fertig gestellt und Baudezernent Bert Flöck konnte mit dem ausführenden Firmen das Richtfest begehen. Flöck bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firmen und lobte den schnellen Baufortschritt.

Im Koblenzer Klärwerk werden die Abwässer der Stadt Koblenz, der Verbandsgemeinde Vallendar und eines Zweckverbandes gereinigt.

Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Verwertung von Klärschlamm beschlossen. Ebenso soll Phosphor zurückgewonnen werden. Damit aber Klärschlamm anderweitig verwertet werden kann muss er getrocknet werden. Dazu wird ein erheblicher Einsatz von Energie benötigt.

Bei der Reinigung von Abwasser fällt Klärschlamm an, dessen organische Substanz in den Faulbehältern anaerob abgebaut wird. Dabei entsteht Klärgas mit hohem Heizwert, das in 3 Blockheizkraftwerken (BHKW) energetisch verwertet wird. Mit dem 85 °C heißen Kühlwasser der BHKW wird der Klärschlammtrockner beheizt. Der getrocknete Klärschlamm verliert 2/3 seines Gewichts und kann dann der nun im Aufbau befindlichen Klärschlammvergasungsanlage zugeführt werden. Bei etwa 900 °C entsteht ein Synthesegas, das in einem noch zu bauenden Synthesegas-BHKW zu Strom und Wärme umgesetzt werden kann. Die Restwärme aus dem Trocknungsprozess wird in das Kläranlagen-Wärmenetz zurückgeführt und beheizt dort die Faulbehälter und die Betriebsgebäude und zusätzlich 12 Betriebswohnungen. Das bei der Klärschlammvergasung zurückbleibende Granulat enthält lebenswichtigen und endlich vorkommenden Phosphor, der später in einer geeigneten Anlage zurückgewonnen werden soll.

Mit den Anlagenkomponenten Trockner, Vergaser und SynGas-BHKW soll das Klärwerk Koblenz nicht nur entsprechend der gesetzlichen Vorgaben den Klärschlamm energetisch und stofflich verwerten, sondern auch energetisch marktunabhängiger werden. Die Stadtentwässerung Koblenz, beteiligt sich seit 2010 an dem von der EU geförderten Programm LIFE+. Damit soll die Kläranlage in einen ?energieautarken Betrieb? überführt und zum Leuchtturmprojekt für gleichartige Anlagen werden.

Das Projekt hat eine eigene Homepage www.sustreat.eu. Auf dieser Seite kann mit einer Webcam der weitere Bauablauf betrachtet werden.

Quelle: Stadtverwaltung Koblenz

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