Energiewechsel

Koblenz: Hochwasserschutz in Betrieb genommen

Pressemeldung vom 17. September 2015, 11:59 Uhr

Der Hochwasserschutzes für die drei Koblenzer Stadtteile Lützel, Neuendorf und Wallersheim ist offiziell in Betrieb genommen worden. „Heute geht ein Traum in Erfüllung, die drei Stadtteile sind nun weitgehend hochwasserfrei“, rief Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig besonders den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadtteile zu, die zu der kleinen Feier nach Neuendorf gekommen waren.
Die Stadtteile erhalten einen Schutz für 10-jährliche Hochwasser, mit festen und mobilen Schutzwänden werden sie künftig noch bei einem Koblenzer Pegel von 8,45 m trocken bleiben. Das Freibord beträgt 30 cm, so dass die Oberkante der Schutzmauer bei 8,75 m am Pegel Koblenz liegt. Die Entscheidung für diese Variante des Hochwasserschutzes liege im besten Kosten-Nutzen-Verhältnis, erklärte Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der SGD-Nord. Rund 35,5 ha mit etwa 535 Wohn- und Wirtschaftsgebäuden werden geschützt. Die Baukosten betrugen für den Hochwasserschutz etwa 45,4 Millionen Euro, von denen das Land Rheinland-Pfalz 90 % trägt. Weitere 2,3 Millionen Euro wurden durch die Koblenzer Stadtentwässerung verbaut, somit beträgt die Gesamtsumme 47,7 Millionen Euro.

Die SGD-Nord Regionalstelle Wasserwirtschaft ist für die Bauarbeiten grundsätzlich zuständig hat die Bauherrschaft an die Stadt Koblenz übertragen.

Auf rund 3,8 km erstreckt sich der Hochwasserschutz von der Europabrücke bis an die Rebengasse in Wallersheim. Das Gros der Arbeiten fand unter der Erde statt. So wurden Bohrpfähle gesetzt, die aneinandergelegt 35 km lang sind. Dafür wurden 20.000 m³ Beton verbraucht. Es wurden Spundwände bis auf den Fels gerammt, die aus 3.000 to Stahl bestehen. Ferner wurden Drainagen mit Durchmessern von 80 bis 120 cm verlegt und zwei Pumpwerke mit insgesamt 12 Pumpen gebaut, die 6000 l Wasser pro Sekunde in Rhein und Mosel zurückpumpen können.

Außerdem wurden mobile Wände beschafft, die zur Reduzierung der stationären Höhe der Hochwasserschutzwand dienen sowie zum Verschluss von Wandöffnungen, im Bereich von Durchgängen und Durchfahrten. Das mobile Schutzsystem besteht aus 304 Bodendichtungen, 286 vertikalen Aluminiumstützen, in die horizontal 2.832 Aluminiumdammbalken eingelegt werden können. Die Stützen wurden auf Ankerplatten montiert, die in die stationäre Hochwasserschutzwand eingelassen sind. Die Gesamtfläche des mobilen Hochwasserschutzsystems beträgt rd. 1.100 m². Die Höhen liegen zwischen 0,3 m und etwa 3,5 m im Bereich von Straßen- bzw. Wegequerungen am Leinpfad. Das mobile Schutzsystem wird in Containern gelagert und im Einsatzfall vom zentralen Betriebshof der Stadt Koblenz an den Aufbauort transportiert.

Einen Hundertprozentigen Schutz gegen Hochwasser gebe es nicht, machte Umweltministerin Ulrike Höfken deutlich. Doch hätten die 25 Hochwasser-Partnerschaften im Land, in denen Behörden, Hilfsorganisationen und Anwohner zusammenarbeiten, bereits viele weitere Schutzmaßnahmen entwickelt. „Ich hoffe, dass die Bewährungsprobe der heute fertig gestellten Hochwasserschutzanlage lange auf sich warten lässt“, sage die Umweltministerin abschließend.

Quelle: Stadtverwaltung Koblenz

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis