Energiewechsel

Koblenz: Auf dem Weg zu einer energieautarken Kläranlage

Pressemeldung vom 21. Februar 2014, 09:24 Uhr

Im Koblenzer Klärwerk werden die Abwässer der Stadt Koblenz, der Verbandsgemeinde Vallendar und eines Abwasserzweckverbandes gereinigt. Die Reinigungsanforderungen sind in den letzten Jahren Jahre weiter verschärft worden. Um alle geforderten Werte einzuhalten, wird auch ein erheblicher energetischer Aufwand betrieben.

Die Stadtentwässerung Koblenz, beteiligt sich seit 2010 an dem von der EU geförderten Programm LIFE+. Damit soll die Kläranlage in einen „energieautarken Betrieb“ überführt werden. Mit dem Bau einer Klärschlammtrocknungsanlage wird nun ein weiterer Schritt auf diesem Weg gemacht. Baudezernent Martin Prümm hat nun die im Bau befindliche Klärschlammtrocknungsanlage und die Leitungstrasse vorgestellt, die sowohl im Kosten- als auch im Zeitplan sind.

In so genannten Faultürmen werden die organischen Verbindungen des im Klärwerk anfallenden Schlamms abgebaut. Das bei diesem Prozess entstehende Faulgas besteht zu 2/3 aus Methan und 1/3 aus Kohlendioxid und wird durch den hohen Heizwert von 25.000 – 30.000 kJ/Nm3 in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verwertet, so dass zum einen die für die Trocknung benötigte thermische und zum anderen für das übrige Klärwerk elektrische Energie erzeugt wird. Parallel zu dem EU-Projekt erneuert die Stadtentwässerung Koblenz die BHKW-Anlage aus dem Jahr 1990, bestehend aus 3 Modulen à 240 kW el, durch eine neu Anlage mit 3 Modulen á 300 kW el ersetzt.

Damit aber der Klärschlamm energetisch verwertet werden kann, muss ihm durch Trocknung das Wasser entzogen werden. Für den Bau und die Lieferung der Trocknungsanlage hat die Stadtentwässerung Koblenz eine EU-weite Ausschreibung durchgeführt, bei der die „Klein Technical Solutions GmbH“ aus dem rheinlandpfälzischen Niederfischbach als günstigster Bieter hervor gegangen ist. Damit aber die Wärme aus der BHKW-Anlage zum Trockner gelangt, muss eine Leitungstrasse hergestellt werden, die beide Komponenten verbindet. Das Koblenzer Unternehmen „Otto Pähler GmbH“ hat sich hier im Wettbewerb durchgesetzt. Mit der Inbetriebnahme der Teilkomponenten, Trockner mit Abluftbehandlung und Lagersilo, Leitungstrasse, neue Niederspannungsschaltanlage ist Ende Juni zu rechnen. Der Gesamtaufwand für diese Teilkomponenten beträgt ca. 4 Mio. Euro.

Quelle: Stadtverwaltung Koblenz

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