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Kaiserslautern: Färber – „Erinnern, nicht vergessen!“

Pressemeldung vom 13. Februar 2014, 09:26 Uhr

Ausstellungseröffnung zum Völkermord an Sinti und Roma an der BBSII

Heute eröffnete die Ausstellung „Die Überlebenden sind die Ausnahme“- Der Völkermord an Sinti und Roma an der BBSII (Berufsbildende Schule II Wirtschaft und Soziales in Kaiserslautern). Die Ausstellung dauert bis zum 27. Februar an und steht allen interessierten Gästen offen. „Erinnern, nicht vergessen! Einen Völkermord zu erinnern, darüber nachzudenken, ist eine Auseinandersetzung, der wir uns stellen sollten“, betonte Beigeordneter Joachim Färber bei der Eröffnung. Im Rahmen des Landauer Modellprojekts „Sinti bearbeiten ihre Geschichte“ wurde die Ausstellung entwickelt und gestaltet. Dieses Modellprojekt wurde vom Verband Deutscher Sinti in Rheinland-Pfalz begleitet und vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft gefördert. Im Mittelpunkt der 24 Ausstellungstafeln stehen nicht nur Fotos und Dokumente sondern die Überlebenden des Holocausts selbst. Sie sind die eigentlichen Erzähler und berichten über leidvolle Erfahrungen und Erinnerungen.

Da Rheinland Pfalz eine Hauptregion der Erfassung und Selektion durch die NS-„Rassebiologien“ darstellte, ist es von besonderer Wichtigkeit jüngere Generationen aus der Region über die früheren Geschehnisse in Kenntnis zu setzen. „Wir können nicht nur etwas daraus lernen. Nein, es kann uns auch heute Anstoß geben, zu anderem Handeln“, so Färber. Weiterhin betonte er: „Treten wir Vorurteilen und Urteilen über Sinti und Roma entschieden entgegen und lernen wir aus der Vergangenheit“. In seiner Einführungsrede informierte Studiendirektor Wolfgang Ettmüller über die geschichtliche Entwicklung. Jaques Delfeld, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Sinti und Roma im Landesverband Rheinland-Pfalz, referierte über die Ausstellung selbst. „Überleben – das war für uns nicht vorgesehen!“, zitierte Delfelder seinen im Dezember 2012 erschienenen Roman und brachte damit die Grausamkeit des damaligen Völkermordes an Sinti und Roma deutlich zum Ausdruck.

„Die Überlebenden sind die Ausnahme“ steht im Kontext der diesjährigen Autorenlesung an der BBSII. Zu diesem Anlass wird der Schweizer Buchpreisträger Catalin Dorian Florescu aus seinem jüngsten Roman „Jacob beschließt zu lieben“ eine Lesung für die Oberstufenschüler der BBSII im Kulturzentrum Kammgarn halten. Mit seinem Werk setzt er den Sinti und Roma ein literarisches Denkmal. Durch diesen Literaturimpuls entstand die Idee, sich mit der Geschichte der Sinti und Roma auseinanderzusetzen und die nun aktuelle Ausstellung zu organisieren.

Quelle: Stadt Kaiserslautern

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