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Kaiserslautern: Eine Auszeichnung gegen das Vergessen – Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel verleiht Stadtplakette in Gold an Margot Wicki-Schwarzschild

Pressemeldung vom 29. September 2015, 13:11 Uhr

In einer feierlichen Zeremonie im Pfalzgrafensaal des Casimirschlosses hat Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel am Dienstagabend Frau Margot Wicki-Schwarzschild in dankbarer Anerkennung ihres unermüdlichen Engagements bei der Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus in Kaiserslautern die Stadtplakette in Gold verliehen. Ihre Vorträge und Schilderung ihrer Erlebnisse seien essentieller Bestandteil der Auf- und Verarbeitung der jüdischen Geschichte Kaiserslauterns in der NS-Zeit, so der Oberbürgermeister in seiner Ansprache. Die Laudatio hielt Roland Paul, Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde.

Margot Schwarzschild wurde 1931 als zweite Tochter der Eheleute Luise und Richard Schwarzschild in Kaiserslautern geboren und zusammen mit ihrer Familie nach Jahren zunehmender Drangsalierung im Jahr 1940 in das südwestfranzösische Internierungslager Gurs abgeschoben. Von dort wurde ihr Vater im Jahre 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet; Margot, ihre Mutter und ihre Schwester Hannelore wurden dank des engagierten Einsatzes einer Kinderschwester vor der Deportation bewahrt. 1946 nach Kaiserslautern zurückgekehrt, heiratete Margot Schwarzschild nach mühevollen Jahren der Wiedereingliederung Anfang der 50er Jahre in die Schweiz und wurde dort sesshaft. Seit Beginn der 1990er Jahre engagiert sich Wicki-Schwarzschild mit sachkundigen Beiträgen an verschiedenen Publikationen von Überlebensschicksalen, in zahlreichen Lesungen und Vorträgen berichtete sie zudem über ihre Geschichte, auch und insbesondere an Kaiserslauterer Schulen. Ihr Buch „Als Kinder Auschwitz entkommen“ wurde im Dezember 2011 im Theodor-Zink-Museum der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Die Stadtplakette in Gold drückt den Dank der Stadt angemessen aus, was Sie für die Allgemeinheit tun, an Aufklärungsarbeit, an Appellen für das soziale Gewissen, gegen das Vergessen und für das Lebendig-Halten der Geschichte!“, so Weichel bei der Verleihung. Die äußerst seltene Verleihung der Stadtplakette in Gold – erst die 13. überhaupt – sei eine hohe Ehrung für Bürgerinnen und Bürger, die sich in und um die Stadt Kaiserslautern in herausragender Weise verdient gemacht haben. „Im Namen der Stadt danke ich Ihnen erneut ganz herzlich für Ihr Engagement und Ihren Einsatz!“, so der OB. Im Anschluss an die Verleihung las Margot Wicki-Schwarzschild aus ihrem Buch „Als Kinder Auschwitz entkommen“.

Quelle: Stadtverwaltung Kaiserslautern

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