Energiewechsel

Idar-Oberstein: Tänze aus Nepal gegen Mädchenverschleppung

Pressemeldung vom 23. September 2015, 14:31 Uhr

Maiti Nepal gastiert in Idar-Oberstein

Im Rahmen der KinderKulturKarawane ist am Donnerstag, 22. Oktober 2015, um 19.30 Uhr das Projekt Maiti Nepal zu Gast in der Göttenbach-Aula. Die zehn jungen Tänzerinnen aus Nepal im Alter von 13 bis 20 Jahren stellen mit traditionellen nepalesischen Tänzen und modernen Bollywood-Choreografien die Kultur ihres Landes vor. Die Mädchen zeichnen ein anderes Bild von dem herausfordernden sozialen Hintergrund, aus dem sie kommen: Nicht sexuelle Ausbeutung und Gewalt stehen im Vordergrund, sondern Kreativität, Selbstbewusstsein, Offenheit und Freude. Die Aufführung wird vom Frauennotruf Idar-Oberstein in Kooperation mit dem Stadtjugendamt sowie mit Unterstützung der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Birkenfeld und des Vereins Frauen helfen Frauen e. V. veranstaltet.
Maiti Nepal war schon 2003 und 2005 bei der KinderKulturKarawane vertreten. 2015 wird die Gruppe ihr neues wunderschönes Tanzprogramm präsentieren. Es besteht aus verschiedenen traditionellen Tänzen, drei Bollywood-Tänzen und dem Tanzstück „Naari“. Die Veranstaltung beinhaltet auch einen Vortrag von Flora Gurung, Schulleiterin der von Maiti Nepal betriebenen Teresa Akademie. Nach der Tanzvorführung besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit den Tänzerinnen. Im Vorfeld der Aufführung findet von 14 bis 17 Uhr ebenfalls in der Göttenbach-Aula ein Tanzworkshop mit Maiti Nepal statt. Er ist offen für alle Altersgruppen und beinhaltet eine kurze Einführung sowie einen praktischen Teil mit tänzerischen Übungen. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.

Das Projekt Maiti Nepal
Sexuelle Gewalt gehört weltweit zum Leben von Frauen und Mädchen, sexuelle Ausbeutung zerstört Jahr für Jahr das Leben von Tausenden von ihnen. In Nepal ist Mädchenhandel eines der erschreckendsten Probleme. Schätzungen von Hilfsorganisationen zufolge werden jedes Jahr 5.000 bis 10.000 Mädchen in indische Bordelle verschleppt und zur Prostitution gezwungen. Sie werden gefoltert, vergewaltigt und mit Drogen gefügig gemacht. Viele von ihnen stecken sich mit HIV, Hepatitis oder Geschlechtskrankheiten an und sterben jung.

Maiti Nepal wurde 1993 von Anuradha Koriala gegründet, um nepalesische Mädchen und Frauen vor Verbrechen wie Menschenhandel und Zwangsprostitution zu schützen. Die Organisation will nicht nur Mädchen- und Kinderhandel durch Prävention und Aufklärung vorbeugen, sie versucht auch, Mädchen, die bereits Opfer von Menschenhändlern wurden, zu befreien und ihnen eine zweite Chance im Leben zu eröffnen. Sowohl bei den Aufklärungskampagnen als auch der Arbeit mit den geretteten Mädchen nutzt Maiti Nepal künstlerische Ausdrucksformen wie Tanz und Musik. Diese ermöglichen es den Kindern, sich zu öffnen, stärken ihr Selbstbewusstsein und unterstützen sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Die Mitarbeiterinnen des Projekts erarbeiten mit den Mädchen Musik, Liedtexte und berührende Choreografien des traditionellen Tanzes.
Herzen zur Transformation der Gewalt
Auch in Europa gibt es Zwangsprostitution und Frauenhandel. In Deutschland erlebt laut verschiedener Studien mindestens jedes vierte Mädchen sexuelle Gewalt, jede siebte Frau wird mindestens einmal in ihrem Leben vergewaltigt und jede vierte Frau erlebt körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Daher rufen die Organisatorinnen der Veranstaltung dazu auf, Herzen zur Transformation der Gewalt zu nähen. Sie sollen helfen, dieses große Unrecht zu verwandeln und allen Betroffenen Kraft und Liebe schenken. Die Herzen sollen etwa 10 bis 20 Zentimeter groß, aus Stoff und innen gefüllt sein. Sie werden bei der Veranstaltung mit Maiti Nepal ausgestellt, ziehen anschließend in die Räume des Frauennotrufs und werden bei weiteren Veranstaltungen zum Thema sexualisierte Gewalt gezeigt.
Der Eintritt zur Tanzvorführung kostet für Erwachsene 5 Euro, für Schüler und Studierende ist er frei. Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos. Kartenreservierung und Anmeldung zum Workshop beim Frauennotruf Idar-Oberstein, Telefon 06781/45599, oder beim Stadtjugendamt, Telefon 06781/64-542.

Quelle: Stadtverwaltung Idar-Oberstein

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis