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Idar-Oberstein: Juden im deutschen Fußball – Gedenkveranstaltung und Ausstellung am 27. Januar

Pressemeldung vom 13. Januar 2017, 11:13 Uhr

Juden im deutschen Fußball Gedenkveranstaltung und Ausstellung zum 27. Januar Der 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Seit 2005 richten die Stadt Idar-Oberstein und der Schalom e. V. aus diesem Anlass gemeinsam eine Gedenkveranstaltung aus. In deren Mittelpunkt steht diesmal die Eröffnung der Ausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball“, die in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau und der Initiative „!Nie wieder“ – Erinnerungstag im deutschen Fußball gezeigt wird.

Die Gedenkveranstaltung mit Ausstellungseröffnung findet am Freitag, 27. Januar 2017, um 19 Uhr in der Göttenbach-Aula statt. Nach Grußworten von Oberbürgermeister Frank Frühauf und dem Schalom-Vorsitzenden Axel Redmer wird Klaus Schulz, Diakon in der evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, in die Ausstellung einführen. Außerdem stellt der renommierte Sporthistoriker Prof. Dr. Lorenz Peiffer von der Leibniz Universität Hannover in einem Vortrag die Geschichte des jüdischen Fußballs in der NS-Zeit sowie die Entwicklung in Idar-Oberstein dar. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgt das Saxofon Ensemble.

Die Ausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden“ thematisiert die Bedeutung von Juden im deutschen Fußball. Jüdische Spieler, Trainer, Journalisten und Funktionäre haben den Fußball in Deutschland populär gemacht. Sie waren Pioniere des deutschen Fußballs, wurden umjubelt, verehrt und respektiert. Sie galten als Vorbilder im Sinne des sportlichen Gedankens des Fairplays. Ihre revolutionären Visionen und Methoden setzten Maßstäbe, die den deutschen Fußball lange prägten. Als beispielsweise der FC Bayern München 1932 zum ersten Mal den deutschen Meistertitel errang, wurden auch der jüdische Vereinspräsident Kurt Landauer und der jüdische Trainer Richard „Little“ Dombi wie Helden in München gefeiert.

1933 wurden diese erfolgreichen Karrieren dann schlagartig beendet. Bis zum 10. November 1938 durften Juden nur noch in jüdischen Vereinen spielen, danach wurden alle Sportaktivitäten für sie verboten. Sie teilten das Schicksal aller europäischen Juden, wurden verfolgt und zum Teil in Konzentrationslager ermordet. So spiegelt die Ausstellung zwar das Schicksal der jüdischen Fußballer wider, macht aber auch exemplarische die Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen deutlich und zeigt, wie diese Mechanismen im Nationalsozialismus funktionierten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten deutsche Juden nie wieder eine vergleichbare Rolle im deutschen Fußball, ihre Verdienste wurden verdrängt und gerieten in Vergessenheit. Die Ausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden“ will dieses Kapitel deutscher Fußballgeschichte wieder in Erinnerung rufen, setzt sich im Schlussteil aber auch mit den heutigen Entwicklungen im Fußball auseinander. Die Ausstellung in der Göttenbach-Aula ist vom 30. Januar bis 20. Februar 2017 jeweils montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Quelle: Stadtverwaltung Idar-Oberstein

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