Energiewechsel

Idar-Oberstein: Gegen das Vergessen

Pressemeldung vom 15. September 2015, 10:33 Uhr

Filmdokumentation über Helmut Becker

Im Rahmen ihrer politischen Gedenkarbeit zeigen der Verein Schalom e.V. und das Stadtjugendamt Idar-Oberstein am Mittwoch, 23. September 2015, um 19 Uhr in der Göttenbach-Aula eine Filmdokumentation mit dem Titel „Von Idar-Oberstein ins KZ Moringen. Helmut Becker – Kindheit und Jugend in der NS-Zeit“. Der Film über den ehemaligen Häftling des Jugend-KZ Moringen entstand auf Initiative des Adolf-Bender-Zentrums in St. Wendel und wurde von Filmemacherin Susanne Haake verwirklicht. Die rund 45-minütige Dokumentation befasst sich mit dem Leben von Helmut Becker, der im Anschluss zu einem Zeitzeugengespräch zur Verfügung steht. Der Eintritt ist kostenlos. Darüber hinaus besteht für interessierte Schulen die Möglichkeit, die Veranstaltung für den Donnerstagvormittag, 24. September 2015, zu buchen. Anmeldung beim Stadtjugendamt unter Telefon 06781/64531 oder 64-542.

Zur Person: Helmut Becker, 1926 in Idar-Oberstein geboren, war ein begeisterter Sportler. Als ihm im Januar 1943 nach einer gewonnen Skimeisterschaft angeboten wurde, als Trainer zu arbeiten, sagte er voller Stolz zu. Sein Lehrbetrieb wertete dies als unerlaubtes Entfernen vom Arbeitsplatz. Helmut Becker wurde zur Fahndung ausgeschrieben, gefasst, ins Gefängnis gesperrt und kam dann zunächst ins KZ-Sachsenhausen und von dort ins Jugend-KZ Moringen. Hier litt er Hunger und leistete Zwangsarbeit bei der Firma Piller. „Das Klappern der Holzschuhe auf dem Weg dahin war in der ganzen Stadt zu hören.“ Im August 1943 wurde Helmut entlassen, aber nicht in die Freiheit, sondern in ein Strafbataillon. Bei der Landung der Alliierten in der Normandie geriet er in Kriegsgefangenschaft. Es folgte eine Odyssee durch zahlreiche Kriegsgefangenenlager in England, Kanada und den USA. Erst im Sommer 1946 gelang die Rückkehr nach Deutschland. Später zog er aus Deutschland fort, lebte mit seiner Familie bis 1971 in Kanada und den USA und kehrte anschließend nach Idar-Oberstein zurück.

Quelle: Stadtverwaltung Idar-Oberstein

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis