Energiewechsel

Idar-Oberstein: Das Naturbad wurde auf den Kopf gestellt

Pressemeldung vom 31. Mai 2012, 11:37 Uhr

Sanierung kostete mehr als 240.000 Euro
Im Zuge seiner jüngsten Sitzung hatte der Stadtwerksausschuss das Naturbad Staden besichtigt und die sofortige Öffnung beschlossen (wir berichteten). Vorher hatten Beigeordneter Friedrich Marx und Vertreter der Stadtwerke Idar-Oberstein die Ausschussmitglieder über die dort in den letzten Monaten vorgenommenen umfangreichen Sanierungsarbeiten informiert.
Nachdem das Naturbad Staden im Jahr 2008 wegen zu hoher Belastung mit dem Keim Pseudomonas aeruginosa geschlossen wurde, folgten langwierige Verhandlungen mit der Versicherung des Planers. Darin ging es zum einen um die Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes für das Naturbad, zum anderen natürlich um die Übernahme der Kosten. „Auf beiden Seiten waren hochrangige Experten für Naturbäder vertreten und wir haben bei den Umbauarbeiten alles das umgesetzt, was von diesen gefordert wurde. Wir sind also sehr hoffnungsvoll, dass es jetzt funktioniert“, erklärte Beigeordneter Marx.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten waren notwendig
Was alles umgebaut wurde erläuterte Stephan Geyer, technischer Leiter der Abteilung Wasserwerk/Bäder. „Im Prinzip wurde der ganze Wasserkreislauf des Bades umgekehrt“, so Geyer. Bisher wurde Frischwasser seitlich ins Bad geleitet, das Schmutzwasser nach unten durch die Kiesschicht abgesaugt. Nunmehr strömt das Frischwasser vom Boden aus ins Bad, das Schmutzwasser wird seitlich an der Oberfläche über sogenannte Skimmer abgezogen. Außerdem wurden die Kreisläufe für das gereinigte und das Schmutzwasser konsequent getrennt, hier konnte es vorher zu einer Vermischung kommen. Die Funktionsweise des Pflanzenfilters wurde dahingehend geändert, dass das zu reinigende Wasser nunmehr über dem Substratfilter verregnet wird. Weiterhin wurde die vorhandene Pflanzinsel am Schwimmbecken in einen zusätzlichen bepflanzten Regenerationsbereich umgewandelt. Die Umbaumaßnahmen haben 242.000 Euro gekostet, welchen Betrag die Versicherung des Planers übernimmt, steht noch nicht genau fest. „Die Verhandlungen laufen noch“, so Beigeordneter Marx.
Badegäste müssen besondere Verhaltensregeln beachten
Marx hofft, dass das Bad nach der Sanierung nunmehr so funktioniert, wie es vorgesehen ist: „Dazu können auch die Badegäste beitragen, indem sie die Verhaltensregeln für die Nutzung eines Naturbades beachten.“ Das Wasser in dem Naturbad wird durch die Pflanzenfilter biologisch-mechanisch und ohne den Einsatz von Chemikalien gereinigt. Daher sollten die Badegäste schon aus eigenem Interesse auf erhöhte Sauberkeit und Körperhygiene achten. Dazu gehören: vor dem Schwimmen duschen, Beckenumlauf und Stegen nur barfuss betreten, anhaftende Erde oder Gras vorher abduschen, möglichst wasserfeste Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden, Kleinkinder dürfen nur mit wasserdichten Windeln ins Wasser. Da die Pflanzenfilter nur eine begrenzte Reinigungskapazität haben, ist das Besucheraufkommen im Naturbad Staden außerdem auf 750 Badegäste pro Tag begrenzt. „Der Vorteil eines solchen Bades ist, dass sich keine chemischen Zusatzstoffe im Wasser befinden und es daher sehr angenehm für die Haut ist. Und vom Chlorwasser gerötete Augen gibt es ebenfalls nicht“, erläuterte der Beigeordnete.

Wasserqualität wird laufend überwacht
Um die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte zu gewährleisten wird die Wasserqualität im Naturbad laufend von den Stadtwerken überwacht und vom Gesundheitsamt kontrolliert. Außerdem wird ein begleitendes Monitoringprogramm durchgeführt, mit dem die Auswirkungen von Witterungseinflüssen und Besucherzahlen auf die Wasserqualität ermittelt werden sollen. „Natürlich können wir nicht ausschließen, dass es bei lang anhaltender Hitze oder konstant hohen Besucherzahlen auch mal notwendig sein wird, das Bad kurzfristig zu schließen, damit sich die Biologie erholen kann“, erläuterte Beigeordneter Marx. Aber man will seitens der Stadtwerke auch bewusst testen, wo bei der Anlage die Grenzen der Belastbarkeit liegen. Die ersten Untersuchungen nach der Neueröffnung haben bisher keinen Anlass zur Besorgnis gegeben und so kann im Naturbad Staden jetzt erst einmal wieder ohne Bedenken geschwommen werden.

Das Naturbad ist täglich von 10.30 bis 19 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet für Schüler und Jugendliche 1,50 Euro, für Erwachsene 2,50 Euro. Die Zehnerkarte kostet für Schüler und Jugendliche 13 Euro, für Erwachsene 22 Euro, diese gelten auch wieder im Verbund mit den Freibädern Rhaunen und Morbach. Informationen zur aktuellen Besucherzahl gibt es unter der Hotline 06781/33398.

Quelle: Stadtverwaltung Idar-Oberstein

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