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Bingen: „Handwerk, Technik, Industrie“- Tag des offenen Denkmals in Bingen am Sonntag, 13. September 2015

Pressemeldung vom 7. September 2015, 08:46 Uhr

Am Sonntag, 13. September 2015 öffnen wie jedes Jahr am zweiten Sonntag im September wieder zahlreiche historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind und laden Millionen von Architektur- und Geschichtsliebhabern deutschlandweit zu Streifzügen in die Vergangenheit ein. Auch Bingen bietet fachkundige Führungen, Vorträge, Workshops sowie Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und lebhafte Mitmachaktionen für die ganze Familie an. Jedermann kann seinen Tag so gestalten, dass Geschichte in unterschiedlichen Facetten erlebt wird. Für die individuelle Planung des Tages steht ein Denkmal-Guide mit einer Übersicht zu den Binger Angeboten in den Denkmälern und an der Tourist Information aus. Die einzelnen Angebote in Bingen sind im Folgenden beschrieben.

Brücken im Wandel der Zeit

Das Museum am Strom verkörpert mit seiner denkmalgeschützten Architektur von 1898 die gründerzeitliche Technik-Begeisterung. Gemäß des Leitmotivs der stadtgeschichtlichen Abteilung „Bingen – ein Brückenschlag durch zwei Jahrtausende“ richtet das Museum am Strom an diesem Tag den Blick zudem speziell auf die Binger Brückenanlagen. Vier Brücken an vier unterschiedlichen Standorten an den Flüssen Rhein und Nahe dokumentieren die besondere verkehrsgeschichtliche Lage Bingens, die zu allen Zeiten die Entwicklung der Stadt bestimmte. Diese wichtige Bedeutung der Brücken für Bingen beleuchtet eine kostenlose Führung von 11:15 – 12:15 Uhr. Die jungen Besucher können während der Öffnungszeiten des Museums von 10.00 – 17.00 Uhr in der Erlebniswerkstatt unterschiedliche Brückenbauweisen kennenlernen und selbst zum Bauingenieur werden. Verschiedene Stationen zum eigenen Konstruieren, Tüfteln und Bauen mit Papier, Holz und Stein laden dazu ein, das ausgewogene Spiel zwischen Kraft und Gewicht zu erproben.

Ergänzend bietet die Stadt Bingen zum 100jährigen Jubiläum des Baus der Hindenburgbrücke halbstündige Führungen um 13:00 Uhr und um 15:00 Uhr an, in der die mit 1.175 Metern einer der längsten Rheinbrücken überhaupt als wichtige Verbindung des nördlichen Rheinhessen mit dem Rheingau erklärt wird.

Von 10:00 – 16:00 Uhr kann die kleine romanische Brückenkapelle an der Drususbrücke besichtigt werden, die in einen Hohlraum unter dem letzten Bogen der alten Steinbrücken eingelassen wurde, um das Bauwerk dem Schutz der Kirche anzuvertrauen.

Bingen mit baulichen Errungenschaften

Die Quartiersmanagerin im Projekt Aktive Stadtzentren „Innenstadt Bingen“ Frau Constanze Bückner und der Binger Gästeführer Karl-Josef Jungerts laden um 10:30 Uhr und 14:00 Uhr alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste von außerhalb zu einem Stadtspaziergang mit Blick auf die städtebauliche Entwicklung der Binger Innenstadt ein. Es wird ein unterhaltsamer Einblick in die Rahmenbedingungen, Besonderheiten und Zwangspunkte der städtebaulichen Entwicklung gegeben. Um vorherige Anmeldung bei Constanze Bückner wird unter constanze.bueckner@bingen.de gebeten.

Das Leben eines großen Binger Dichters und Denkers Stefan George wird in der Ausstellung des im Fachwerkhaus von 1689 befindenden Stefan-George-Museum von 11:00 – 16:00 Uhr für Besucher zugänglich gemacht. So ergibt sich die Chance, ein bauliches Denkmal zu bewundern und den Gedanken des Dichters zu folgen.

Nicht nur zugänglich, sondern auch in voller Funktion vorgeführt, wird der am Kulturufer liegende Alte Kran. Von 12:00 – 17:00 Uhr steht der Turmdrehkran mit drehbarem Kopf und Ausleger, Laufräder im Inneren und technisch bemerkenswerter Eichenholzkonstruktion, komplett restauriert und funktionstüchtig dem Publikum offen. Eine Vorführung des Krans um 14:00 Uhr, bei der Weinfässer und Salzsäcke vom Kranplatz zum Rheinufer verladen werden, veranschaulicht die Tradition der Kranknechte und der Verlader-Zunft aus vergangenen Zeiten.

In der circa 150 n. Chr. erbauten Villa Rustica präsentieren ein römische Soldat, seine Frau sowie eine Weberin von 11:00 – 16:00 Uhr ihren Beruf. Im römischen Garten wird den Besuchern u. a. die Anbauvielfalt von römischen Kräutern und Nutzpflanzen erläutert. Für alle Archäologie-Interessierten werden Führungen durch die lebendige Ausgrabungsstätte angeboten. Weitere römische Spuren kann man auf dem neu gestalteten Erlebnispfad Binger Wald erkunden. Kurzweilige römische Spiele runden den Erlebnistag für die ganze Familie ab.

Neben dem schönen Ambiente und kulinarischen Spezialitäten in der 1843 errichteten Villa Sachsen erwartet die Besucher in der Zeit von 10:00 – 18:00 Uhr ein vielfältiges Musik- und Kinderprogramm sowie Vorträge und Führungen.

Als weitere beeindruckende Villa lädt die Villa Kappes von 10:00 – 16:00 Uhr zum 30-Jährigen Jubiläum der Namensgebung in ihre Mauern ein. Die neuklassizistische Villa wurde 1908-1910 nach Plänen des später als Kirchenbaumeister berühmten Dominikus Böhm errichtet, der 1907 als selbstständiger Architekt und Lehrer an der Baugewerkschule in Bingen lebte. Die neoklassizistische Villa hat alle Zeitläufe fast im Originalzustand überstanden und überrascht den Eintretenden durch Würde und Perfektion der Gestaltung. Als besonderes Highlight erwartet alle Besucher eine Ausstellung von Raimund Egbert-Giesen (Kulturpreisträger Mainz-Bingen 2012) und Lesungen von Volkmar Döring.

Sakrale Bauten

Eine der prächtigsten sakralen Bauten in Bingen ist ohne Zweifel die auf den Fundamenten eines römischen Tempels stehende Basilika Sankt Martin. Die Öffnungszeiten sind von 9:00-19:00 Uhr. Eine Führung wird um 15:00 Uhr angeboten.

Die Evangelische Christuskirche Büdesheim kann als weiterer Sakralbau von 10:00-16:30 Uhr besichtigt werden. Eine lebendige Führungen um 14:30 Uhr erläutert diese Betonskelettkonstruktion sowie das mit Kupferplatten gedeckte und mit farbig leuchtendem Lichtgitter besetzte Kreuzdach.

In Bingen-Dietersheim zeigt sich ein weiteres Gebäude im Zeichen der Kirche. Die Alte Pfarrkirche St. Gordianus und Epimachus die ihren Ursprung im 8. Jahrhundert hat, präsentiert sich von 08:00 – 20:00 Uhr mit gotischen Überformungen, Krüppelwalmdach und spätgotisches Sakramentshaus. Führungen um 10:00 Uhr und 14:00 Uhr lassen tiefer in die Geschichte dieser Pfarrkirche eintauchen.

Die Gustav-Adolf-Jubiläumskirche in Bingerbrück zeigt sich von 11:00-18:00 Uhr seinem neugotischen Bruchsteinbau mit Rotsandsteingliederung von 1894/95. Der Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes und der offene Dachstuhl mir Originalbemalung in Anlehnung an skandinavische Stabkirchen geben ein weiteres Beispiel der Baukunst von Sakralgebäuden.

Ebenfalls in Bingerbrück wird das Rupertsberger-Hildegard-Gewölbe von 10:00 – 17:00 Uhr zugänglich gemacht. Im Gewölbe können unter anderem Abbildungen und Lagepläne des Klosters, ein Faksimile der Schutzurkunde Kaiser Barbarossas für das Kloster, künstlerische Plastiken und eine Sammlung von Edelsteinen besichtigt werden sowie eine einzigartige historische und spirituelle Annäherung an das Wirken der Heiligen Hildegard.

Auf weitere Spurensuchen zu Hildegard von Bingen, kann sich der Besucher zwischen 9:00 – 14:00 Uhr auch in die Rochuskapelle begeben. Auf einer Erhebung südöstlich von Bingen befindet sich die 1895 im neugotischen Stil errichtete Wallfahrtskirche. Der Hildegard-Altar von Jakob Busch zeigt in acht plastischen Reliefs Szenen aus dem Leben der Heiligen. Im Sockel des Altars befinden sich die aus dem Feuer geretteten Reliquien Hildegards.

Quelle: Kulturbüro Bingen

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