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Bingen: Dietersheimer Kirche ist Symbol für Sehnsucht nach Frieden

Pressemeldung vom 2. September 2015, 10:55 Uhr

Gedenkgottesdienst 70 Jahre nach Auflösung des Kriegsgefangenenlagers

An den Gräbern der Menschen, die im ehemaligen Kriegsgefangenenlager in Dietersheim zu Tode kamen, feierten Pfarrer Kley und Diakon Heinz im Beisein zahlreicher Besucher einen Gedenkgottesdienst. Alljährlich erinnert man sich in diesem Rahmen an die Zeit des Dietersheimer Lagers, in dem zeitweise bis zu 100.000 Soldaten nach dem Ende des 2. Weltkrieges als Kapitulationsgefangene interniert waren. Pfarrer Kley gedachte den Toten, den Überlebenden, aber auch allen Opfern von Krieg und Gewalt. Oberbürgermeister Thomas Feser zeigte seine Anteilnahme am Schicksal der Gefangenen, nutzte den Anlass aber auch zur Mahnung. Denn, so zitierte er Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer, „Soldatengräber sind die besten Prediger des Friedens.“ Er hob hervor, dass man sich in Bingen der Vergangenheit stelle. Derzeit arbeiten Historiker an der Fortschreibung der Stadtgeschichte und beziehen dabei auch die NS-Zeit mit ein. Friedensbotschaften seien heute wichtiger denn je, meinte Feser und formulierte seine Erschütterung im Angesicht der Krisen, die Menschen dazu veranlassen, als Flüchtlinge ihre Heimat zu verlassen. Diese Menschen seien mehrheitlich Opfer von Krieg, Unfreiheit und elementarer Not; dabei sei es unerträglich und unfassbar, dass gleichzeitig mancherorts ganz offen rechtsextreme Kräfte am Werk seien. Die Situation der Asylbewerber erfordere seitens der Politik klare und wirkungsvolle Unterstützung.

Quelle: Stadtverwaltung Bingen

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