Energiewechsel

Bernkastel-Wittlich: Neue Untersuchungspflichten bei gewerblichen und öffentlichen Trinkwasserinstallationen mit Warmwasser

Pressemeldung vom 3. Februar 2014, 15:23 Uhr

Eine Änderung der Trinkwasserverordnung bringt neue Pflichten für Inhaber von Trinkwasserinstallationen mit Warmwassererwärmung. Darauf weist Jörg Fewinger vom Fachbereich Gesundheit der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich hin.
Zum Schutz der Gesundheit wurden durch Änderungen der Trinkwasserverordnung verpflichtende Legionellen-Untersuchungen für Warmwasserinstallationen eingeführt, sofern Wasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgeben wird. Von dieser neuen Untersuchungspflicht sind zum Beispiel Hotel- und Pensionsbetriebe, Mietshäuser ab drei Mietparteien oder Schwimmbäder betroffen, die Warmwasser für Dritte zur Verfügung stellen. In Pflegeeinrichtungen und Kliniken sind diese Trinkwasseruntersuchungen auf Legionellen seit längerem Pflicht, um die Gesundheit von Patienten und Bewohnern zu schützen.
Legionellen sind Bakterien, die sich im Warmwasser vermehren und schwerwiegende Atemwegserkrankungen verursachen können. Die Infektion erfolgt über das Einatmen von feinsten, zerstäubten Wassertröpfchen, die beispielsweise beim Duschen entstehen, wenn Wasser vernebelt wird. So können Bakterien in die Atmungsorgane gelangen und zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. In Deutschland geht man von circa 20.000 Erkrankungen jährlich aus.
In der geänderten Trinkwasserverordnung wird für Unternehmer und sonstige Inhaber einer Hausinstallation eine Untersuchung des Trinkwassers auf Legionellen vorgeschrieben. Eine Untersuchungspflicht besteht für Anlagen, deren Betreiber Trinkwasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit abgeben und die über eine zentrale Warmwasser erzeugende Einrichtung wie zum Beispiel Boiler oder Pufferspeicher verfügen, die eine Großanlage zur Wassererwärmung darstellen. Als Großanlagen gelten Anlagen nach DVGW Arbeitsblatt W551 mit einem Speichervolumen von über 400 Liter und/oder einem Rohrleitungsvolumen von über drei Liter.
Die Eigentümer solcher Installationen sind verpflichtet ein akkreditiertes Trinkwasserlabor mit der Entnahme und Untersuchung von Proben zu beauftragen und auch die Kosten der Untersuchung zu tragen. Eine Liste der akkreditierten Labore finden sie im Internet unter http://lua.rlp.de/downloads/trink-und-badewasser/.Bei Überschreitungen des technischen Maßnahmewertes von 100 Kolonien bildenden Einheiten Legionellen je 100 ml Trinkwasser hat der Eigentümer sofort das Gesundheitsamt zu informieren. Dann muss die Anlage in hygienischer und technischer Hinsicht entsprechend der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik überprüft, eine Gefährdungsanalyse erstellt, Abhilfemaßnahmen durchgeführt und weitere Legionellen-Untersuchungen veranlasst werden. Bei extremen Überschreitungen (ab 10.000 KbE/100 ml) kann die Anlage vom Gesundheitsamt gesperrt werden, weil dann gesundheitliche Gefahren zu befürchten sind.
Unabhängig vom Ergebnis der Untersuchung sind die Befunde aufzubewahren und auf Verlangen dem Gesundheitsamt vorzuzeigen. Die Erstuntersuchung auf Legionellen sollte bis zum 31. Dezember 2013 abgeschlossen worden sein. Entsprechen die Ergebnisse der Erstuntersuchung den Anforderungen der Trinkwasserverordnung und werden keine technischen Änderungen an der Trinkwasserinstallation vorgenommen, ist eine weitere Überprüfung mindestens alle drei Jahre erforderlich.
Geeignete Probenahmehähne müssen insbesondere am Vor- und Rücklauf der Erwärmungseinheit angebracht sein. Planungs- oder andere technische Unterlagen, die Auskunft über die Beschaffenheit der Trinkwasserinstallation geben, sollten vorliegen, da sie die Probenahme beschleunigen und helfen, bei Grenzwertüberschreitungen möglichen Ursachen aufzudecken.

Quelle: Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich

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